LEVERAGING
EXCELLENCE

AUSGERICHTET AUF DIE GESAMTSTRATEGIE DES UNTERNEHMENS UND FOKUSSIERT AUF DIE BEDÜRFNISSE DER KUNDEN STREBT BACHEM MIT «LEVERAGING EXCELLENCE» EINE KONTINUIERLICHE OPTIMIERUNG ALLER PROZESSE UND SYSTEME ENTLANG DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE AN. DIESER MINDSET IST TIEF IN DER UNTERNEHMENSKULTUR VERANKERT.

NEW
INFRASTRUCTURE

CEO MESSAGE
DR. THOMAS FRÜH

LEVERAGING
EXCELLENCE

LEVERAGING
EXCELLENCE

LEVERAGING
EXCELLENCE

LEVERAGING
EXCELLENCE

TOKYO
NEW ASIA HUB

Aktionärsbrief

Milestones
Review / Outlook

Kennzahlen

Die Welt
der Peptide

Aktionärs–
brief


Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre

Bachem behauptet als «Pioneering Partner for Peptides» weiterhin ihre Position als Marktführerin. Mit unternehmensweiter Fokussierung auf das Kerngeschäft der Peptide verfolgen wir konsequent unser Ziel, auf diesem Gebiet weltweit die Besten zu sein und zu bleiben. In einem anhaltend anspruchsvollen Markt- und Wettbewerbsumfeld erreichte Bachem auch im Geschäftsjahr 2018 die angestrebten Wachstumsziele bei Umsatz und Gewinn. Der Start im ersten Halbjahr gestaltete sich schwierig, der durch Projektverzögerungen verursachte Umsatzrückgang wurde dank einer deutlichen Steigerung im zweiten Halbjahr wieder wettgemacht, und für das gesamte Jahr resultierte schliesslich ein Umsatzwachstum von 8.0%. Erfreulich entwickelten sich wiederum die Verkäufe bei den Wirkstoffen. Die für den zukünftigen Erfolg entscheidende Produktkategorie der patentierten Substanzen (New Chemical Entities NCEs) wuchs mit über 20%. Auch 2018 gelang es Bachem erneut, den Betriebsgewinn deutlich zu steigern. Das operative Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 8.3% und die EBIT-Marge erreichte 19.4%. Unterstützt durch positive Währungseffekte stieg der Reingewinn um 11.7%.

Für die nächsten Jahre sind wir zuversichtlich, den Umsatz in lokalen Währungen im Rahmen unserer langfristigen Prognosen von 6–10% pro Jahr kontinuierlich steigern zu können. Mit der neu gegründeten lokalen Niederlassung in Japan wollen wir dabei auch noch stärker von der Wachstumsdynamik im asiatischen Raum profitieren. Weiterhin stellen wir das Gewinnwachstum vor das Umsatzwachstum. Eine positive Ertragsentwicklung erwarten wir in den nächsten Jahren unter anderem durch die Umsetzung weiterer Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekte.

Zudem haben wir im Rahmen einer strategischen Überprüfung den Markt der therapeutischen Oligonucleotide als mögliche Ergänzung und Portfolioverbreiterung identifiziert. Obwohl sich deren chemische Struktur deutlich von Peptiden unterscheidet, sehen wir grosse Synergien – bei der Herstellung und den Kundenbeziehungen. Mit einem Team von Spezialisten werden wir deshalb in den nächsten Jahren eine neue Pipeline von Oligonucleotid-Projekten aufbauen. Diese Tätigkeiten sind als Ergänzung zum Kerngeschäft der Peptide zu verstehen und haben das Potenzial, mittelfristig ein gleichwertiges, zweites Standbein des Unternehmens zu werden.

Aufgrund der erzielten Resultate, der weiterhin guten Aussichten und der finanziellen Stabilität schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vor, eine Dividende von 2.75 CHF auszuschütten.

Kennzahlen

  • > Tabelle
  • > Balkendiagramm
UMSATZ
(IN MIO. CHF)
EBIT
(IN MIO. CHF)
REINGEWINN REIN–
GEWINN
(IN MIO. CHF)
2016
236.5
2017
261.6
2018
282.5
2016
2017
2018
2016
45.1
2017
50.6
2018
54.8
2016
2017
2018
2016
41.2
2017
41.8
2018
46.6
2016
2017
2018
Veränderungen in %
 
2018
2017
CHF
LW
UMSATZ (IN MIO. CHF)
282.5
261.6
+8.0
+7.5
EBITDA (IN MIO. CHF)
77.9
71.5
+8.9
+6.7
EBITDA IN % DES UMSATZES
27.6
27.3
 
 
EBIT (IN MIO. CHF)
54.8
50.6
+8.3
+5.2
EBIT IN % DES UMSATZES
19.4
19.3
 
 
REINGEWINN (IN MIO. CHF)
46.6
41.8
+11.7
 
REINGEWINN IN % DES UMSATZES
16.5
16.0
 
 
GEWINN PRO AKTIE (EPS – IN CHF)
3.43
3.08
+11.6
 
GELDFLUSS AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT (IN MIO. CHF)
25.8
36.5
-29.3
 
EIGENKAPITALRENDITE (IN %)
12.3
11.3
 
 
PERSONALBESTAND (UMGERECHNET AUF VOLLZEITSTELLEN)
1 097
1 057
 
 
UMSATZ PRO MITARBEITER 1 (IN CHF)
271 000
266 000
 
 
1  
Basis: mittlere Anzahl Vollzeitstellen ohne Lernende

PROGRESS
REPORTS

Japan Flag

ERSTE LOKALE PRÄSENZ IN ASIEN

2018 war ein Meilenstein für Bachem in Asien: Nach sorgfältiger Prüfung und Planung wurde die erste lokale Präsenz in Form eines Verkaufsbüros in Tokyo eröffnet. Die Gründung erfolgte am 2. Juli 2018. Gemäss japanischem Kalender gilt dieses Datum als «Taian» (大安), als Tag des Glücks und als idealer Tag für Hochzeiten, Firmengründungen und neue Vorhaben. Mit hochmotivierten lokalen Angestellten kann Bachem nun den anspruchsvollen asiatischen Markt direkter bearbeiten und die Kunden vor Ort bedienen. Die lokale Verkaufsorganisation konzentriert sich vor allem auf das Geschäft mit Wirkstoffen, welches in Japan bereits gut etabliert ist, aber zunehmend auch in anderen Ländern wie zum Beispiel Südkorea, Taiwan und China an Bedeutung gewinnt. Bachem legt Wert darauf, nach Möglichkeit sprachlich, kulturell und lokal nah bei ihren Kunden zu sein – der erste Schritt in Asien ist gemacht.

Switzerland Flag

AUTOMATISIERTES LAGERGEBÄUDE ALS RÜCKGRAT FÜR WEITEREN AUSBAU IN BUBENDORF

In Bubendorf, Schweiz, konnte ein neu erstelltes Logistikgebäude für Fest- und Flüssigstoffe planmässig in Betrieb genommen werden. Die neuen Räumlichkeiten markieren einen weiteren Meilenstein im Ausbau des Standorts. Das automatisierte Hochregallager ermöglicht eine effizientere und sichere Lagerbewirtschaftung bei reduziertem Personaleinsatz. Dank Maximierung des Gebäudevolumens steht ausreichend Lagerkapazität für zukünftiges Wachstum zur Verfügung. Mit dem Ausbau bekennt sich Bachem klar zur Operational Excellence in allen Bereichen der Wertschöpfungskette, einschliesslich der Intra-Logistik. Das unternehmensweit eingeführte neue Enterprise- Resource-Planning (ERP)-System als Rückgrat zur Einbindung von Labor- und Produktions-Informationssystemen erlaubt zudem die effizientere Nutzung von Daten zur rascheren Entscheidungsfindung. Gepaart mit Investitionen zur Automatisierung von Routine- Prozessschritten festigt Bachem damit ihre führende Marktstellung auch im digitalen Zeitalter.

GB Flag

STEIGENDE NACHFRAGE NACH DIAGNOSTISCHEN PEPTIDEN DANK ISO-ZERTIFIZIERUNG

Die ISO-Zertifizierung des Kompetenzzentrums in St. Helens hat einen deutlichen Wachstumsschub ausgelöst, insbesondere im Bereich der diagnostischen Peptide. Das im Vorjahr begonnene Ausbauprojekt ermöglichte eine deutliche Steigerung der Produktionsleistung. Sie wird sich dank weiteren Investitionen sowie Fortschritten in der Automatisierung fortsetzen. Modernste Herstellungstechnologie, zum Beispiel mittels mikrowellenunterstützter Peptid-Synthese, und zusätzliche Kapazitäten verkürzen zudem die Lieferzeiten und erhöhen die Flexibilität für spezifische Kundenbedürfnisse. Mit diesen erfolgreich umgesetzten Massnahmen setzt sich Bachem im harten Wettbewerb klar von den Mitbewerbern ab. Das Unternehmen ist gut aufgestellt, den wachsenden Nachfragen in allen Sektoren zu entsprechen, einschliesslich der Diagnostik und Kosmetik, und sich eröffnende Chancen für Neugeschäfte zu nutzen.

US Flag

HOHE AUSLASTUNG MIT MARKANTER PRODUKTIVITÄTSSTEIGERUNG IN KALIFORNIEN

Die im Vorjahr ausgebaute Kapazität am Standort Vista, Kalifornien, konnte mit grossvolumigen Projekten gut ausgelastet werden. Sie unterstützten das markante Wachstum im US-Markt. Im Berichtsjahr legte das US-Führungsteam grossen Wert auf die Ausbildung aller Vorgesetzten gemäss den Bachem Prinzipien und Werten. Dies beschleunigte den Aufbau einer effizienten und für weiteres Wachstum gerüsteten Organisation. Zudem ermöglichten die Schulungen, die Operational Excellence als ganzheitlichen Ansatz zur stetigen Verbesserung der Arbeitsabläufe und chemischen Prozesse zu etablieren. Dank einer standortübergreifenden und mit der globalen Beschaffung der Ausgangsmaterialien eng abgestimmten Produktionsplanung gelang es, die Nutzung der Produktionsanlagen weiter zu optimieren und die Herstellungskosten zu senken.

Milestones Review

ERFOLGREICHE PROJEKTE ALS STARKES FUNDAMENT

NEUES ERP-SYSTEM

Anfang Mai 2018 nahm Bachem ein neues ERP-System in Betrieb. Ein interdisziplinäres Projektteam hatte aufbauend auf dem «Chemical Company»-Modell von SAP S4/HANA während rund zwei Jahren die unternehmensweite Einführung des neuen Systems vorbereitet. Nach intensiven und umfangreichen Tests wurde das neue System – das Rückgrat der Informationsverarbeitung – mit einem «Big Bang» an allen Standorten gleichzeitig produktiv gesetzt. Dank der grossartigen Projektarbeit verlief der Wechsel auf das neue System planmässig und der Betrieb konnte nahtlos weitgeführt werden. Wie in allen Projekten dieser Art üblich gab es nach dem Go-live nochmals eine intensive Phase, in welcher bisher unentdeckte Fehler korrigiert und letzte «Kinderkrankheiten» ausgemerzt wurden. Mit der Einführung des neuen ERP-Systems hat Bachem eine wichtige Grundlage für die in den kommenden Monaten startenden Initiativen zur weiteren Verbesserung der Operational Excellence geschaffen. Eine verbesserte Transparenz, noch effizientere Prozesse und gezielte Kostenreduktionen sollen die geplante Profitabilitätssteigerung unterstützen.

GRÜNDUNG JAPAN K.K.

Anfang Juli 2018 erfolgte nach intensiven Vorarbeiten die Gründung der neuen Niederlassung in Tokyo, Japan. Bachem Japan K.K. übernimmt die Vertriebsverantwortung für das Geschäft mit Active Pharmaceutial Ingredients (API) in Japan sowie in weiteren asiatischen Ländern wie zum Beispiel Südkorea, China und Taiwan. Nach Europa und Nordamerika entsteht mit Asien ein drittes regionales Standbein. Dank der neuen lokalen Präsenz wird die Projektund die Kundenbetreuung in diesem wichtigen Wachstumsmarkt deutlich gestärkt.

EXZELLENTER BEITRAG VON VISTA

Nach der Übernahme der American Peptide Company (APC) im Jahr 2015 erneuerte Bachem das Werk in Vista, Kalifornien. Die verschiedenen Ausbauarbeiten und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Produktionskapazitäten zeigten im Berichtsjahr das Potenzial dieses Standorts auf. Im Vergleich zum Akquisitionsjahr verfünffachte Vista seinen Umsatzbeitrag zum Gruppenresultat. Dabei spielten die erfolgreiche Nutzung der neu geschaffenen Kapazitäten sowie deren effizienter Einsatz eine entscheidende Rolle. Nach einer schwierigen Anlaufphase konnte die Integration dieses Werks erfolgreich abgeschlossen werden. Mit kontinuierlichen Verbesserungen und punktuellen Ausbauten strebt Bachem eine weitere Steigerung der Produktivität und Profitabilität an.

INBETRIEBNAHME C1

Mit dem Bezug und der Inbetriebnahme des neuen automatisierten Hochregallagers C1 am Standort Bubendorf, Schweiz, hat Bachem einen wichtigen Meilenstein bezüglich Sicherheit und Effizienz erreicht. Das zentrale Lager für Flüssigkeiten und Feststoffe versorgt das Werk mit Ausgangsmaterialien und stellt die GMP-konforme Lagerung von Halbund Fertigprodukten sicher. Eine vollautomatische Lagerbewirtschaftungslösung optimiert dabei die Nutzung der verfügbaren Flächen und ermöglicht dank Schnittstellen zum ERP eine prozessübergreifende Einbindung in die Wertschöpfungskette. Dank modernster Sicherheitseinrichtungen erfüllt Bachem beim Mitarbeiter-, Produkte- und Umweltschutz die neuesten Anforderungen.

MILESTONES OUTLOOK

«LEVERAGING EXCELLENCE» SCHAFFT NEUE MÖGLICHKEITEN

NACHHALTIGER ERFOLG

Ganz nach dem Motto «Das Bessere ist der Feind des Guten» wird sich Bachem nicht zurücklehnen und auf ihre marktführende Stellung vertrauen. «Leveraging Excellence» versteht das Unternehmen nicht als Maximierung kurzfristiger Gewinne. Vielmehr tätigt Bachem Investitionen und startet Initiativen, die auf den langfristigen Erfolg ausgerichtet sind. Die Prozesse und Systeme entlang der Wertschöpfungskette werden kontinuierlich optimiert sowie neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt.

PRODUKTPORTFOLIO

Die Einführung des neuen ERP-Systems erhöhte die Transparenz über Abläufe und interne Kosten. Dies erlaubt Bachem eine verbesserte Analyse des bestehenden Produktportfolios hinsichtlich Umsatz- und Profitabilitätsbeiträgen und somit eine faktenbasierte Sortimentsbereinigung. Letztere wiederum ermöglicht, die Kapazitätsplanung zu optimieren, Engpässe durch Priorisierung zu vermeiden und dadurch die Profitabilitätsentwicklung zu unterstützen.

OLIGONUCLEOTIDE

Angeregt durch konkrete Kundenanfragen hat Bachem begonnen, sich als Anbieterin in der Wirkstoffentwicklung und -produktion im Bereich der Oligonucleotide zu positionieren. Diese neue Produktkategorie eröffnet vielversprechende Perspektiven und soll in Zukunft neben den Peptiden zu einem gleichwertigen Unternehmensstandbein aufgebaut werden.

AUTOMATION

Gezielte Investitionen in die Automation von Produktionsprozessen ermöglichen Bachem, die steigenden Qualitätsanforderungen auch zukünftig erfüllen zu können. Gleichzeitig soll die Profitabilität dank digitaler Vernetzung unternehmensinterner Abläufe und entsprechendem Effizienzgewinn erhöht werden.

INTERVIEW
DR. ALEX FÄSSLER
THOMAS MEIER

DR. ALEX FÄSSLER, COO (bis 31. Dezember 2018)
Thomas Meier, COO (ab 1. Januar 2019)

Was bedeutet Exzellenz für die Unternehmenskultur bei Bachem?

Dr. Alex Fässler: Sie besteht für uns aus der hohen Fachkompetenz der Mitarbeitenden und aus ihrer Begeisterungsfähigkeit. Es geht uns darum, Produkte in der bestmöglichen Qualität herzustellen – für unsere Kunden und damit auch für die Patienten, welche die mit unseren Peptiden hergestellten Medikamente benötigen.
Thomas Meier: Wir streben danach, komplexere Peptide synthetisch herzustellen. Dazu nutzen wir innovative Technologien. Zur wissenschaftlichen Exzellenz kommt die Zusammenarbeit der Teams, die über unterschiedliche Unternehmensbereiche hinweg nahtlos ineinandergreift. Gleichzeitig verschlanken und beschleunigen wir unsere Geschäftsprozesse und senken dadurch die Herstellkosten.

Welches Arbeitsumfeld bietet Bachem ihren Mitarbeitenden?

AF: Unsere Mitarbeitenden nehmen anspruchsvolle Aufgaben wahr und bewegen sich als Team auf klare und ambitionierte Ziele zu. Damit bieten wir ein Arbeitsumfeld, in dem sie sich einbringen können. Das stetige Wachstum macht Bachem als Arbeitgeber besonders attraktiv, denn ambitionierte Mitarbeitende übernehmen als Führungskräfte rasch Projekt- und Linienverantwortung.

Warum ist Teamarbeit bei Bachem so wichtig?

TM: Die erfolgreiche Entwicklung und Herstellung von Peptiden setzt die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten voraus, die ihr Fachwissen einbringen und zusammen mit unseren Kunden partnerschaftliche Lösungen erarbeiten. Nur so können wir Peptidwirkstoffe für Krankheiten entwickeln, für die es bisher keine wirksamen Medikamente gab.

Wie fördern Sie innovative Prozesse?

AF: Unsere Stärke liegt in der Entwicklung innovativer Herstellungsprozesse und Technologien. Das erlaubt es uns, Peptide mit neuartigen und stetig optimierten Prozessen kostengünstig herzustellen. Die tägliche Herausforderung besteht darin, das Bestehende laufend zu verbessern und dabei externe Impulse aufzunehmen.

Wie stellt Bachem die Qualität in diesem Produktionsprozess sicher?

TM: Bei Bachem generell und für jedes einzelne Team gilt das Motto «Quality matters». Unsere interne Qualitätssicherung stellt sicher, dass die Qualität unserer Produkte den Standard erfüllt, den die Behörden und unsere Kunden fordern – letztlich im Interesse der Patienten. Diesen inneren Prozess gewährleisten wir durch klar strukturierte Anweisungen. Uns ist bewusst, dass die Qualitätssicherung nur so gut sein kann wie die einzelnen Mitarbeitenden.

Wir stehen mitten in der digitalen Revolution. Wie stellen Sie sich dieser Herausforderung?

AF: Für uns ist die digitale Revolution eine Chance, denn die neuen Technologien erlauben es, Daten in grossen Mengen zu sammeln, zu analysieren und damit die Herstellungs- und Geschäftsprozesse zu verbessern. Natürlich schafft dies auch einen Investitionsbedarf: Auf der Basis der Bereitschaft, diesen Prozess zu durchlaufen, braucht es Geld, um neue Technologien zu entwickeln und nutzbar zu machen. Wir gestalten den Digitalisierungsprozess aktiv und haben ihn erfolgreich in unsere Arbeitswelt integriert. Wir können heute effizienter und kostengünstiger produzieren als noch vor einigen Jahren.

Wie erfolgt diese Effizienzsteigerung?

TM: Sie betrifft vor allem zwei Bereiche. Zum einen können wir gewisse manuelle Arbeiten automatisieren, zum Beispiel Flüssigkeitszugaben oder Messwert-Aufzeichnungen. Weiter erfolgt die Qualitäts- kontrolle heute zunehmend mit automatisierten Geräten. Barcode- Leser erfassen viele Prüfdaten mit hoher Zuverlässigkeit und Präzision. Zum anderen erlaubt uns die digitale Revolution, smarter mit Daten umzugehen. Wir können Messwerte schneller und besser auswerten. Im Umfeld von «Forschung und Entwicklung» verstehen wir dadurch schneller, ob eine Entwicklungsidee zum Ziel führt.

Die Welt
der Peptide

WAS SIND PEPTIDE?

Peptide sind Ketten von zwei bis zirka hundert Aminosäuren. Längere Ketten bezeichnet man als Proteine (Eiweissstoffe). Sie sind organische Verbindungen, die in lebenden Organismen aus natürlichen Aminosäuren aufgebaut werden. Ursprünglich aus biologischen Quellen isoliert, werden sie heute auf chemischem Weg synthetisiert. Die biologischen Eigenschaften von Peptiden hängen von der Anzahl der Aminosäuren und von ihrer Position in der Kette ab. Mit lediglich zwanzig natürlichen Aminosäuren ist eine unvorstellbar grosse Zahl von Peptiden möglich, jedes mit anderen physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften.

WO FINDEN PEPTIDE ANWENDUNG?

Vor allem werden Peptide als hochaktive und spezifische Wirkstoffe in Medikamenten verwendet. Der Vielfalt ihrer biologischen Funktionen entsprechend werden sie in den verschiedensten Anwendungsgebieten eingesetzt. Krebstherapien, Diabetes und Fettleibigkeit sind drei prominente pharmazeutische Gebiete, in denen mit Peptiden Milliardenumsätze erwirtschaftet werden. Zur Behandlung kardiovaskulärer und neurodegenerativer Krankheiten, bei Niereninsuffizienz, als Antibiotika, in Vakzinen und in Arzneimitteln für seltene Krankheiten sind Peptide gefragte Wirkstoffe.

WELCHE DARREICHUNGSFORMEN GIBT ES?

Da Peptide nach einfacher oraler Verabreichung in der Regel schnell verdaut würden, könnten sie ihre Zielorgane kaum erreichen. Deshalb werden Peptidwirkstoffe meist parenteral verabreicht. Neben der herkömmlichen Injektion kommen vermehrt Depotformulierungen mit einer Wirkungsdauer von Tagen bis mehreren Monaten, aber auch Nasalapplikationen zum Einsatz. Sublinguale und transdermale Anwendungen sowie Verabreichung mit Hilfe von Nanopartikeln sind Gegenstand aktueller Forschung und Entwicklung.

KOSMETIKA

Peptidwirkstoffe finden Anwendung in hochwertigen kosmetischen Produkten, beispielsweise gegen altersbedingte Falten.

NAHRUNGSMITTEL

Der künstliche Süssstoff Aspartam ist ein Dipeptid mit gegenüber Haushaltzucker zweihundertfacher Süsskraft. Er spielt in der Diabetologie eine wichtige Rolle.

KREBSTHERAPIEN

Peptide werden in der Onkologie sowohl in der bildgebenden Diagnostik als auch in der Therapie mit Erfolg eingesetzt.

BACHEM SPRING SYMPOSIUM 2018

Dr. Anne-Kathrin Stoller, Chief Marketing Officer, begrüsste im Namen der Bachem zahlreiche Gäste aus Industrie und Wissenschaft zu Vorträgen auf dem Fachgebiet «The Promise of Brain Peptides for the Diagnosis & Therapy of CNS Diseases». Im hochaktuellen Feld der Krankheiten des zentralen Nervensystems (CNS) besitzen Peptide grosses Potenzial als Wirkstoffe. Experten aus aller Welt nutzten das diesjährige Symposium, um innovative Projekte zu präsentieren und die neuesten Entwicklungen aus der Welt der Peptide zu diskutieren.

Die neurodegenerative Krankheit Alzheimer, die unter anderem von Prof. Dr. Hiroshi Mori, Universität Osaka, Japan, erforscht wird, ist ein Beispiel. Er stellte eine neuartige Mutation des Amyloid -Peptids vor, die zu einem Durchbruch in der Entwicklung von Medikamenten gegen Alzheimer führen könnte. Dr. Dave Garman, NoNO Inc., zeigte das Potenzial für neuartige Peptide als Therapeutika von Schlaganfällen auf.

Aber auch ausserhalb der Krankheitsbilder des Zentralnervensystems ermöglichen Peptide neuartige Anwendungen: Dr. Anna Secher, Novo Nordisk A/S, stellte den Effekt von GLP-1 Rezeptor- Antagonisten im Gehirn vor und erläuterte, wie diese bei der Behandlung von Übergewicht zum Einsatz kommen. Prof. Dr. Kristian Strømgaard, Universität Kopenhagen, zeigte Herausforderungen bei der Entwicklung von neuen Wirkstoffen auf, die durch die Analyse von Protein-Protein- Interaktionen im Gehirn überwunden werden können.

Eine Fallstudie, welche die Herstellung eines Peptid-Protein-Konjugats thematisierte, das zurzeit in klinischen Studien für die Behandlung von Alzheimer getestet wird, war die Abschlusspräsentation von Dr. Markus Wiesner, Bachem AG. Die Entwicklung des GMP-Produktionsprozesses, welcher die Herstellung des Wirkstoffs in Grossmengen ermöglicht, zeigt eindrücklich, wie Bachem als Pionier auf dem Gebiet der Peptide in der Lage ist, Herausforderungen ihrer Kunden effizient zu lösen.

Bei einer Besichtigung des Standorts Bubendorf konnten die Teilnehmer sich selbst ein Bild von den hochmodernen Forschungs- und Produktionsanlagen machen, in denen solche Projekte bei Bachem durchgeführt werden. Der Rundgang vermittelte eindrücklich die Komplexität, welche die Entwicklung eines GMP-Herstellverfahrens für Peptide in der Praxis darstellt.

Der Austausch zwischen den Experten, die verschiedene Fachrichtungen aus Industrie und Wissenschaft repräsentieren, ist einer der Erfolgsfaktoren des Bachem Spring Symposiums. Die von Prof. Dr. Helma Wennemers, ETH Zürich, moderierte Veranstaltung führte zu angeregten Gesprächen, die beim gemeinsamen Symposiums-Dinner fortgeführt und vertieft wurden. Mit dem Spring Symposium trägt Bachem gemeinsam mit ihren Partnern in Wissenschaft und Industrie massgeblich zum Erfolg in der Entwicklung von Peptiden als pharmazeutische Wirkstoffe bei.

Das 360°–Geschäftsmodell
der Bachem

Peptid-Arzneimittel

Zuverlässige Herstellung
Betreuung der Logistik
Einhalten der Vorschriften
Erfüllen von Kundenerwartungen

Biotech-Unternehmen
Pharma-Unternehmen

Forschung

Mehr als 6 500 Produkte
Von Bachem hergestellt
An Lager
Bestellung durch Webshop

Universitäten
Forschungszentren
Industrie

Klinische Entwicklung

Optimierung von Verfahren und Analytik
Formuliserungsentwicklung
Scale-up, Validierung und Fill Finish
Projekt-Management durch Partnerschaft

Biotech-Unternehmen
Pharma-Unternehmen

Präklinische Entwicklung

Kundensynthesen
Unterstützung bei der Arzneimittelforschung
Charakterisierung von Nebenprodukten
Durchführen von Stabilitätsstudien

Biotech-Unternehmen
Pharma-Unternehmen

Forschung

Bachem hat das weltweit grösste Angebot an Aminosäurederivaten, die von Peptidherstellern verwendet werden. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch Trägerstoffe für die Festphasenpeptidsynthese an. Bioaktive Peptide, Enzymsubstrate und Inhibitoren sowie einige organische Moleküle sind weitere wesentliche Produktlinien. Regelmässig kommen neue, innovative Produkte hinzu. Auf Qualität legt Bachem grossen Wert.

Präklinische Entwicklung

In der präklinischen Entwicklung erfordern die Suche und die Optimierung von Leitstrukturen eine Vielzahl von Peptiden. Diese werden als individuell synthetisierte Moleküle für Kunden in aller Welt hergestellt. Ein regelmässiger Austausch mit Bachem Experten ermöglicht den Kunden die weitere Verfeinerung von Wirkstoffkandidaten. Gut funktionierende Partnerschaften sind von grosser Bedeutung, um wegweisende Konzepte zu erarbeiten und Moleküle in die klinische Entwicklung zu bringen.

Klinische Entwicklung

Wenn Kunden ihre Leitsubstanz ausgewählt haben, beginnen sie mit klinischen Studien. Bis zur Zulassung eines neuen Wirkstoffs vergehen viele Jahre. In dieser Zeit ist eine enge Zusammenarbeit entscheidend, um mehr über den Produktkandidaten zu erfahren. Jeder Produktionsschritt wird geprüft und die Reproduzierbark eit der Herstellung angestrebt. Ziel sind der Scale-up, eine umfassende Kontrolle und schliesslich die Validierung des Prozesses.

Peptid-Arzneimittel

Die Verantwortung für die Bereitstellung ausreichender Wirkstoffmengen obliegt dem Hersteller. Von ihm sind absolute Zuverlässigkeit und sorgfältige Koordination mit allen beteiligten Partnern gefordert. Er hat zudem zu gewährleisten, dass der Erfüllung der Kundenbedürfnisse stets höchste Priorität zukommt, auch wenn eine Vorhersage der gebrauchten Mengen – insbesondere bei neuen Arzneimitteln, die sich noch nicht auf dem Markt bewährt haben – extrem schwierig ist.