Aktionärsbrief

Milestones
Review / Outlook

Kennzahlen

Die Welt
der Peptide

Aktionärsbrief

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre

Bachems Positionierung «Pioneering Partner for Peptides» unterstreicht unseren Anspruch, basierend auf einzigartiger Expertise und grosser Innovationskraft der beste Partner für eine erfolgreiche Umsetzung von Peptidprojekten jeder Art zu sein. Investitionen in zusätzliche, moderne Produktionsanlagen am Standort Vista in den USA und ein neues Forschungs- und Entwicklungsgebäude am Hauptsitz in der Schweiz erlauben uns, die weltweit führende Position im Peptidmarkt weiter auszubauen. Neben dem organischen Wachstum werden wir zusätzliche Möglichkeiten prüfen, durch gezielte Allianzen oder Übernahmen unsere Position im Kerngeschäft zu stärken.

Bachem erreichte auch im Geschäftsjahr 2016 in einem anhaltend anspruchsvollen Markt- und Konkurrenzumfeld die angestrebten Wachstumsziele bei Umsatz und Gewinn. Die Wachstumsdynamik setzte sich im amerikanischen und europäischen Markt fort und resultierte in einem Umsatzwachstum von 13.4%. Erfreulich zeigte sich wiederum die Umsatzentwicklung bei den Wirkstoffen. Der für den zukünftigen Erfolg entscheidende Geschäftsbereich der patentierten Substanzen (NCEs) wuchs mit rund 54%. Wie erwartet gelang es Bachem, auch 2016 den Gewinn erneut deutlich zu steigern. Das operative Ergebnis stieg gegenüber Vorjahr um 17.0% und die EBITMarge erreichte 19.1%.

Wir sind erfreut über die Kursentwicklung unserer Aktie im 2016. Die Steigerung des Aktienkurses ist hingegen nicht unser primäres Ziel, sondern das Resultat unserer Leistungen. Gleichzeitig ist diese Entwicklung für uns ein starker Ansporn, auch in Zukunft mit hochqualifizierten und engagierten Mitarbeitern qualitative Spitzenleistungen zu erbringen. Dabei ist es uns wichtig, mit beiden Füssen auf dem Boden zu bleiben, unsere hohe Kostendisziplin aufrecht zu erhalten und die notwendigen Investitionen sorgfältig zu planen und zu tätigen.

Für die kommenden Jahre sind wir zuversichtlich, den Umsatz in lokalen Währungen im Rahmen unserer langfristigen Prognosen von 6–10% pro Jahr kontinuierlich zu steigern. Dabei steht das Gewinnwachstum vor dem Umsatzwachstum. Unser hoher Anspruch bleibt, die Führungsrolle in unserem Kerngeschäft Peptide weiter auszubauen und für Kunden weltweit der richtungsweisende Partner zu sein. Aufgrund der erzielten Resultate, der weiterhin guten Aussichten und der finanziellen Stabilität wird der Verwaltungsrat der Generalversammlung vorschlagen, die Dividende von 2.25 CHF auf 2.50 CHF zu erhöhen.

Kennzahlen

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  • > Balkendiagramm
UMSATZ
(IN MIO. CHF)
EBIT
(IN MIO. CHF)
Reingewinn
(IN MIO. CHF)
2014
183.9
2015
208.6
2016
236.5
2014
2015
2016
2014
35.9
2015
38.5
2016
45.1
2014
2015
2016
2014
29.1
2015
31.8
2016
41.2
2014
2015
2016
Veränderungen in %
 
2016
2015
CHF
LW
UMSATZ (IN MIO. CHF)
236.5
208.6
+13.4
+11.8
EBITDA (IN MIO. CHF)
64.8
56.8
+14.0
+10.4
EBITDA IN % DES UMSATZES
27.4
27.2
 
 
EBIT (IN MIO. CHF)
45.1
38.5
+17.0
+11.8
EBIT IN % DES UMSATZES
19.1
18.5
 
 
REINGEWINN (IN MIO. CHF)
41.2
31.8
+29.4
 
REINGEWINN IN % DES UMSATZES
17.4
15.3
 
 
GEWINN PRO AKTIE (EPS – IN CHF)
3.04
2.35
+29.3
 
GELDFLUSS AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
(IN MIO. CHF)
40.4
61.4
-34.2
 
EIGENKAPITALRENDITE (IN %)
11.5
9.1
 
 
PERSONALBESTAND
(UMGERECHNET AUF VOLLZEITSTELLEN)
979
859
 
 
UMSATZ PRO MITARBEITER 1 (IN CHF)
267 000
277 000
 
 
1  
Basis: mittlere Anzahl Vollzeitstellen ohne Lernende

MILESTONES

Zentrale Eckpfeiler der Strategie von Bachem sind die klare Fokussierung auf das Kerngeschäft der Peptide und ein nachhaltiges, darauf ausgerichtetes Wachstum der Gruppe. Auch im 2016 arbeitete Bachem deshalb gezielt auf den weiteren Ausbau ihrer führenden Marktposition hin. Das Unternehmen investierte an allen Standorten in zusätzliche Produktionskapazitäten und optimierte kontinuierlich seine Organisation und Abläufe.

PROGRESS REPORTS

INTEGRATION UND AUSBAU

Die im März 2015 erfolgte Übernahme der American Peptide Company (APC) stellte einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau der globalen Marktführerschaft der Bachem dar. Die Integration der APC in die Organisation von Bachem Americas wurde rasch angepackt und umgesetzt. In einer ersten Ausbauphase wurden 2016 die Produktionsanlagen und Abläufe hinsichtlich der hohen Qualitätsansprüche der Bachem überprüft und angepasst. Gleichzeitig erfolgten erhebliche Investitionen zur Schaffung weiterer Kapazitäten. Dabei wurden auch Infrastrukturen, wie ein zentrales Tanklager für Lösungsmittel, aufgebaut. Damit können die Produktionsanlagen effizient und zuverlässig betrieben werden, was sich positiv auf Qualität und Sicherheit auswirkt. Nach dem ausbaubedingten Produktionsunterbruch in Vista, Kalifornien, wurde der Betrieb im zweiten Semester mit Hochdruck wieder aufgenommen. Die Sachinvestitionen wurden durch eine kontinuierliche personelle Verstärkung und weitere Professionalisierung der Organisationen an den beiden Standorten in Kalifornien ergänzt.

PRODUKTIVITÄTS– STEIGERUNG

Das Kompetenzzentrum für die Herstellung von Forschungschemikalien ist spezialisiert auf die Festphasensynthese von Peptiden. Die Anschaffung neuer Syntheseautomaten ermöglichte es, die vorhandenen Kapazitäten durch den Einsatz modernster Technik zu erweitern und die Produktivität des Standorts zu steigern. Zudem verstärkte Bachem den Bereich der Qualitätskontrolle personell, baute neues Know-how auf und verbesserte die Abläufe. Diese Massnahmen ermöglichten es Bachem, neue Kunden und Projekte im Geschäftsfeld der Kundensynthese zu gewinnen. Bachem nutzte zudem die Expertise auf dem Gebiet der Synthese komplexer Peptide, um neue, innovative Katalogprodukte herzustellen. Die Leistungssteigerung aus den Modernisierungsmassnahmen wirkte sich zusammen mit der als Folge des Brexit geschwächten lokalen Währung positiv auf die Position von Bachem als Hersteller hochwertiger Peptide für Forschungs- und Entwicklungszwecke aus.

FLAGGSCHIFF DER INNOVATION

Im September 2016 fand in Bubendorf, Schweiz, die Einweihungsfeier des neuen Forschungs- und Entwicklungsgebäudes statt. Die Inbetriebnahme des Neubaus stellte einen wichtigen Meilenstein für die Arealentwicklung am grössten Produktionsstandort der Bachem Gruppe dar. Auf rund 6 000 m2 bietet das hochmoderne Gebäude Platz und optimale Bedingungen für die Entwicklung von New Chemical Entities (NCEs) und die Kleinmengenproduktion. Bei der Realisierung setzte Bachem mittels eines durchgängigen Konzepts, das zwischen Flächen mit industrieller Hygiene und separierten Chemiebereichen unterscheidet, höchste Anforderungen an den Produkt- und Mitarbeiterschutz. Mit dem Abschluss der ersten Ausbauphase investierte die Bachem Gruppe rund 30 Mio. CHF in ihr neues «Flaggschiff» punkto Innovation. Weitere Ausbauphasen werden folgen. Diese Investitionen unterstreichen das klare Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Schweiz und schaffen die Grundlagen für weiteres Wachstum.

Milestones Review

PARTNER OF CHOICE

Bachem behauptete sich erfolgreich in einem anhaltend anspruchsvollen Marktumfeld. Als Marktführerin mit über 45 Jahren Erfahrung in der Peptidsynthese und einer konsequent auf Qualität ausgerichteten Organisation ist Bachem für ihre Kunden ein zuverlässiger und leistungsfähiger Partner.

HOHE NACHFRAGE

Die Nachfrage nach peptidbasierten Wirkstoffen war auch im Berichtsjahr steigend und resultierte in Rekordumsätzen sowie einem historisch hohen Auftragsbestand. Daraus abgeleitet schuf das Unternehmen weitere Arbeitsplätze und investierte in zusätzliche Produktionskapazitäten.

AUSGEBAUTE PROJEKTPIPELINE

Bachem konnte das Projektportfolio erneut leicht ausbauen. Per Jahresende begleiteten die Gruppengesellschaften in Europa und Nordamerika insgesamt 247 Entwicklungsprojekte (Vorjahr 241). Einige Projekte, darunter auch Generika- Entwicklungen, befinden sich kurz vor der Zulassung.

QUALITY MATTERS

Gezielte Investitionen im Bereich Compliance und Ersatzbeschaffungen sicherten die jederzeitige Einhaltung der hohen Bachem Qualitätsstandards. Als entscheidende Erfolgsfaktoren bekennt sich Bachem zu Qualität und Zuverlässigkeit gegenüber ihren Kunden.

MARKTZULASSUNGEN

Im Berichtsjahr wurden zwei von Bachem hergestellte NCEs mit potenziell hohem Volumenbedarf von den Behörden für den Markt zugelassen. Weitere Generika-Produkte erhielten ebenfalls die Zulassung. Zudem erfolgten regionale Erweiterungen verschiedener bereits auf dem Markt verfügbarer Arzneimittel. Ausgehend von einer erfolgreichen Einführung und Akzeptanz dieser Medikamente schaffen diese Zulassungen ausgezeichnete Voraussetzungen für das weitere Umsatzwachstum der Bachem Gruppe.

PROVIDING HIGH PERFORMANCE

Bachem versteht sich als weltweit einzigartiges Team von Experten, das interdisziplinär agiert und mit dem Kunden zusammen nachhaltige Lösungen erarbeitet.

Unter dem Anspruch von «Providing High Performance » verstärkte Bachem auch im Geschäftsjahr 2016 ihre Professionalität und Leistungsfähigkeit in den Bereichen Finanzen, Informatik und Human Resources. Dazu gehörten auch Vorbereitungsarbeiten für die Einführung eines neuen Enterprise- Resource-Planning-(ERP-)Systems.

KAPAZITÄTSAUSBAU

Die Integration der Ende März 2015 übernommenen American Peptide Company (APC) in die Bachem Gruppe verlief planmässig und konnte nach wenigen Monaten bereits im Vorjahr abgeschlossen werden. Mit gezielten Investitionen im Werk in Vista, Kalifornien, optimierte Bachem den Standort im Berichtjahr weiter und richtete ihn auf die geplanten Projekte und Aufgaben aus. In Bubendorf, Schweiz, wurde das gruppenweit modernste Gebäude für Entwicklungsprojekte und Kleinmengenproduktion in Betrieb genommen. Zusätzlich tätigte Bachem an nahezu allen Standorten weitere Investitionen und schuf neue Arbeitsplätze. Mit 1 022 Mitarbeitenden beschäftigte das Unternehmen weltweit erstmals in der Firmengeschichte eine vierstellige Anzahl von Personen.

Milestones Outlook
AMBITIOUS GOALS

INVESTITIONEN UND WACHSTUM

Auf der Basis der ausgezeichneten Auftragssituation und einer steigenden Nachfrage wird Bachem an allen Standorten in zusätzliche Produktionskapazitäten investieren und neue Arbeitsstellen schaffen. Die weitere Steigerung der Produktivität und Profitabilität wird durch eine kontinuierliche Optimierung von Organisation und Abläufen unterstützt. Entscheidend für den Erfolg der Bachem Gruppe ist die enge Zusammenarbeit mit den Kunden. Sie basiert auf einem soliden Fundament von Qualität, Innovation und Partnerschaft.

USA UND ASIEN

Bachem wird ihre Organisationen an beiden Standorten in den USA ausbauen, um das vorhandene Potenzial verstärkt zu nutzen. Gestützt auf das umfangreiche Projektportfolio sind zusätzliche Investitionen in Produktionskapazitäten geplant. Ein zweiter Schwerpunkt der Bachem Wachstumsstrategie richtet sich auf die Region Asien. Dieser Markt verfügt über eine einzigartige Dynamik und erreicht bereits heute einen Anteil am Gruppenumsatz von über 10%. Bachem plant, ihre Präsenz und Aktivitäten in dieser Region zu verstärken.

OPERATIONAL EXCELLENCE

Bachem setzt sich zum Ziel, weitere Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen zu erzielen. Im Fokus stehen die Integration und Harmonisierung interner Abläufe, die Reduktion von Komplexität, die Automation von Prozessen sowie die konsequente Anwendung von «Best Practice»-Ansätzen. Ein wichtiger erster Schritt im kommenden Jahr ist die gruppenweite Einführung eines neuen Enterprise-Resource- Planning-(ERP-)Systems.

CAPTIVE BUSINESS

Als weltweit anerkannte Marktführerin im Peptidgeschäft ist Bachem in der Lage, ihren Kunden und Partnern wegweisende Lösungen anzubieten. Neben Qualität, Zuverlässigkeit, Know-how und Erfahrung hat das Unternehmen auch die erforderliche Grösse, um Pharmaunternehmen ihre Expertise bei der Prüfung möglicher Alternativen zur internen Wirkstoff- Produktion anzubieten. Die Erschliessung dieses «Captive Markets» ist ein vielversprechendes Element für das zukünftige Wachstum.

«BACHEM – DIE ATTRAKTIVE ARBEITGEBERIN»
INTERVIEW MIT
STEPHAN SCHINDLER, CFO

Wie will Bachem den «War of Talents» gewinnen?

Stephan Schindler: Indem wir uns auf unser Kerngeschäft und unsere Stärken fokussieren, auch auf dem Arbeitsmarkt. Wir heben uns ganz bewusst gegenüber anderen Firmen und Konkurrenten ab. Wir streichen unsere Alleinstellungsmerkmale sowie unsere besonderen Qualitäten als Arbeitgeberin heraus.

Was verstehen Sie konkret darunter?

Stephan Schindler: Als Unternehmen im Umfeld Chemie/Biotech/ Pharma mit Fokus auf Peptide ist Bachem auch als Arbeitgeberin einzigartig. Aus dem ursprünglich lokal ausgerichteten KMU ist über die Jahre ein global organisierter, marktführender und interdisziplinär vernetzter Konzern geworden. Trotzdem ist das Unternehmen übersichtlich, die Stimmung familiär und der lokale Bezug weiterhin spürbar geblieben. Mit diesen Merkmalen ziehen wir andere Fachkräfte als die Basler Grosskonzerne oder unsere Mitbewerber an. Insbesondere interessierte und motivierte Menschen, welche sich einbringen und etwas bewirken wollen, finden bei Bachem ein sehr inspirierendes und dynamisches Arbeitsumfeld. Bei uns können sie sich entfalten, begeistern und erfolgreich sein. Die daraus geschöpfte Zufriedenheit ist Belohnung und Antrieb zugleich. Das verstehe ich unter Sinnhaftigkeit von Arbeit.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die neue Mitarbeitende mitbringen müssen?

Stephan Schindler: Unser erfolgreiches Kerngeschäft baut auf Wissenschaft, Technologie und Produktivität auf. Es ist deshalb unerlässlich, dass neue Mitarbeitende eine solide Ausbildung in ihren Fachgebieten mitbringen. Auch sollten sie die Fähigkeit und den Willen haben, sich kontinuierlich weiter zu entwickeln. In unserem kundenorientierten Umfeld sind zudem Dienstleitungsbereitschaft und eine hohe Teamfähigkeit gefragt.

Dabei sind Sozialkompetenz, Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft sowie ein gesunder Pragmatismus ausserordentlich hilfreich. Sie ermöglichen in Projekten mit internen und externen Ansprechpartnern eine reibungslose und letztlich für jeden erfolgreiche Zusammenarbeit.

Was macht Bachem attraktiv als Arbeitgeberin?

Stephan Schindler: Aufgrund der Grösse des Unternehmens hat man bei Bachem immer noch einen sehr guten Überblick über die ganze Wertschöpfungskette. Das schafft Transparenz und ermöglicht ein Verständnis für die Zusammenhänge. Wir bieten nicht nur einfache Arbeitsstellen, sondern Positionen mit Verantwortung und der Möglichkeit, aktiv Beiträge zur erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens zu leisten. Bei uns will und kann man sich nicht in der Organisation «verstecken». Der Beitrag jedes Einzelnen ist spürbar und wichtig für die Firma. Deshalb sind auch alle Mitarbeitenden über ein Incentive-Programm am Unternehmenserfolg beteiligt.

Dank einer soliden Aktionärsstruktur und dem klaren Fokus auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung bietet Bachem Stabilität und Dynamik zugleich. Sie prägt eine Leistungskultur abseits der «Hire and Fire»- Mentalität. Als Markführerin und Technologie-Leaderin bei Peptiden beschäftigen wir weltweit die grösste Anzahl von Spezialisten und sind das «Winning Team» der Branche.

Die Welt
der Peptide

KOSMETIKA

Peptidwirkstoffe finden Anwendung in hochwertigen kosmetischen Produkten, beispielsweise gegen altersbedingte Falten.

NAHRUNGSMITTEL

Der künstliche Süssstoff Aspartam ist ein Dipeptid mit gegenüber Haushaltzucker zweihundertfacher Süsskraft. Er spielt in der Diabetologie eine wichtige Rolle.

KREBSTHERAPIEN

Peptide werden in der Onkologie sowohl in der bildgebenden Diagnostik als auch in der Therapie mit Erfolg eingesetzt.

WAS SIND PEPTIDE?

Peptide sind Ketten von zwei bis zirka hundert Aminosäuren. Längere Ketten bezeichnet man als Proteine (Eiweissstoffe). Sie sind organische Verbindungen, die in lebenden Organismen aus natürlichen Aminosäuren aufgebaut werden. Ursprünglich aus biologischen Quellen isoliert, werden sie heute auf chemischem Weg synthetisiert. Die biologischen Eigenschaften von Peptiden hängen von der Anzahl der Aminosäuren und von ihrer Position in der Kette ab. Mit lediglich zwanzig natürlichen Aminosäuren ist eine unvorstellbar grosse Zahl von Peptiden möglich, jedes mit anderen physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften.

WO FINDEN PEPTIDE ANWENDUNG?

Vor allem werden Peptide als hochaktive und spezifische Wirkstoffe in Medikamenten verwendet. Der Vielfalt ihrer biologischen Funktionen entsprechend werden sie in den verschiedensten Anwendungsgebieten eingesetzt. Krebstherapien, Diabetes und Fettleibigkeit sind drei prominente pharmazeutische Gebiete, in denen mit Peptiden Milliardenumsätze erwirtschaftet werden. Zur Behandlung kardiovaskulärer und neurodegenerativer Krankheiten, bei Niereninsuffizienz, als Antibiotika, in Vakzinen und in Arzneimitteln für seltene Krankheiten sind Peptide gefragte Wirkstoffe.

WELCHE DARREICHUNGSFORMEN GIBT ES?

Da Peptide nach einfacher oraler Verabreichung in der Regel schnell verdaut würden, könnten sie ihre Zielorgane kaum erreichen. Deshalb werden Peptidwirkstoffe meist parenteral verabreicht. Neben der herkömmlichen Injektion kommen vermehrt Depotformulierungen mit einer Wirkungsdauer von Tagen bis mehreren Monaten, aber auch Nasalapplikationen zum Einsatz. Sublinguale und transdermale Anwendungen sowie Verabreichung mit Hilfe von Nanopartikeln sind Gegenstand aktueller Forschung und Entwicklung.

BACHEM SPRING SYMPOSIUM 2016

Dieses Jahr stand das Bachem Spring Symposium im Zeichen der technischen Verbesserungen der Darreichungsformen peptidbasierter Medikamente. Heute werden 61% der am Markt zugelassenen Produkte injiziert. Häufiges Spritzen entspricht hingegen nicht dem Patientenwunsch. Um die Akzeptanz der peptidbasierten Medikamente zu erhöhen und die fachgerechte, regelmässige Einnahme der Medikamente sicherzustellen, drängt sich eine Verbesserung der Darreichungsformen auf.

In letzter Zeit gibt es in diesem Gebiet viel Innovation. So können heute bis zu 9% aller Peptidpräparate oral eingenommen werden. Dazu braucht es aber meist viel grössere Volumina, weil die Bioverfügbarkeit klein ist. Dank geschickten Weiterentwicklungen in der grossvolumigen Produktion der Peptide, wie sie Bachem zum Beispiel etabliert hat, können die Peptide entsprechend kostengünstig hergestellt werden. So ist es durchaus denkbar, dass der Trend hin zur oralen Einnahme der Peptidarzneimittel Aufwind erfährt.

Weitere mögliche Darreichungsformen finden über die Haut, den Darmtrakt, die Lunge und die Nase statt. Es gibt auch immer mehr hochkomplexe Pumpen, welche mit Sensoren den Bedarf an Medikamenten feststellen und entsprechend optimal dosieren können. Zum Beispiel arbeiten Spezialisten daran, die Zuckerkrankheit ideal zu behandeln.

Anlässlich des Symposiums hielten Koryphäen von Hochschulen und aus der Industrie Referate zu den jüngsten Entwicklungen im Bereich Darreichungsformen. Auch Bachem Experten traten auf. Ihre Vorträge beleuchteten die Sicht eines Herstellers von Aktivwirkstoffen. Die grössten Herausforderungen für die Hersteller von Wirkstoffen sind die wachsende Komplexität der Produkte und die Kostenkontrolle.

Die Komplexität der Produkte erhöht sich auch deshalb, weil immer komplexere Krankheitsbilder angegangen werden. Zukünftig sollen Arzneimittel auch in das Gehirn gelangen, um beispielsweise Alzheimer und andere Demenzen zu behandeln.

Des Weiteren versucht man, Peptide in spezifische Zellen einzuschleusen, um Protein-Interaktionen im Inneren der Zellen zu steuern oder zu unterbinden. Es ist sogar möglich, mit speziellen Peptiden Erbgut in Zellen einzuschleusen, welche defekte Gene ersetzen könnten. Diese Peptide weisen oft strukturelle Modifikationen auf, um diese Funktionalitäten zu gewährleisten.

Ein anderes Thema, das diskutiert wurde, widmete sich der Peptid-Verzuckerung. Seitdem Bachem mit Glytech eine Partnerschaft eingegangen ist, fanden verschiedene Glycopeptide Eingang in die klinische Forschung. Diese Peptide sind oft Verbesserungen von bereits existierenden Medikamenten. Es gelang, lange Peptide wirksamer zu machen und kostengünstig zu produzieren. Bisher wurden sie mittels Gentechnologie hergestellt und waren glykosyliert.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Peptidforschung noch lange Zeit gute neue Medikamente zur Behandlung von Krankheiten hervorbringen wird. Die Konvergenz vieler Disziplinen verstärkt die Attraktivität der Peptide als Medikamente. Gleichzeitig werden die Entwicklung und Herstellung von Peptiden immer kostengünstiger.

Die Welt
der Peptide

VERGANGENE THEMEN DES SPRING SYMPOSIUMS

2011 PEPTIDES, FROM BASICS TO LEADS TO DRUGS

2012 GLPS – THE GOOD AND LUCKY PEPTIDES

2013 MULTI-PEPTIDE VACCINES, A NEW CLASS OF IMMUNOTHERAPEUTICS

2014 MACROCYCLES & CONSTRAINED PEPTIDES – MANUFACTURING & THERAPEUTIC APPLICATIONS

2015 DESIGNED FOR SUCCESS: MODIFIED PEPTIDES

Das 360°–Geschäftsmodell
der Bachem

Peptid-Arzneimittel

Zuverlässige Herstellung
Betreuung der Logistik
Einhalten der Vorschriften
Erfüllen von Kundenerwartungen

Biotech-Unternehmen
Pharma-Unternehmen

Forschung

Mehr als 6 400 Produkte
Von Bachem hergestellt
An Lager
Bestellung durch Webshop

Universitäten
Forschungszentren
Industrie

Klinische Entwicklung

Optimierung von Verfahren und Analytik
Formuliserungsentwicklung
Scale-up, Validierung und Fill Finish
Projekt-Management durch Partnerschaft

Biotech-Unternehmen
Pharma-Unternehmen

Präklinische Entwicklung

Kundensynthesen
Unterstützung bei der Arzneimittelforschung
Charakterisierung von Nebenprodukten
Durchführen von Stabilitätsstudien

Biotech-Unternehmen
Pharma-Unternehmen

Das 360°–Geschäftsmodell der Bachem ist Ausdruck einer ganzheitlichen und konsequent auf die Kunden ausgerichteten Unternehmensphilosophie. Dank vertikaler Integration und Nutzung der vorhandenen Synergien bringt Bachem ihre umfassende Erfahrung und Expertise aus über 45 Jahren Peptidchemie jederzeit und auf allen Entwicklungsstufen in die Kundenprojekte ein. Bachem. Pioneering Partner for Peptides

Forschung

Bachem hat das weltweit grösste Angebot an Aminosäurederivaten, die von Peptidherstellern verwendet werden. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch Trägerstoffe für die Festphasenpeptidsynthese an. Bioaktive Peptide, Enzymsubstrate und Inhibitoren sowie einige organische Moleküle sind weitere wesentliche Produktlinien. Regelmässig kommen neue, innovative Produkte hinzu. Auf Qualität legt Bachem grossen Wert.

Präklinische Entwicklung

In der präklinischen Entwicklung erfordern die Suche und die Optimierung von Leitstrukturen eine Vielzahl von Peptiden. Diese werden als individuell synthetisierte Moleküle für Kunden in aller Welt hergestellt. Ein regelmässiger Austausch mit Bachem Experten ermöglicht den Kunden die weitere Verfeinerung von Wirkstoffkandidaten. Gut funktionierende Partnerschaften sind von grosser Bedeutung, um wegweisende Konzepte zu erarbeiten und Moleküle in die klinische Entwicklung zu bringen.

Klinische Entwicklung

Wenn Kunden ihre Leitsubstanz ausgewählt haben, beginnen sie mit klinischen Studien. Bis zur Zulassung eines neuen Wirkstoffs vergehen viele Jahre. In dieser Zeit ist eine enge Zusammenarbeit entscheidend, um mehr über den Produktkandidaten zu erfahren. Jeder Produktionsschritt wird geprüft und die Reproduzierbark eit der Herstellung angestrebt. Ziel sind der Scale-up, eine umfassende Kontrolle und schliesslich die Validierung des Prozesses.

Peptid-Arzneimittel

Die Verantwortung für die Bereitstellung ausreichender Wirkstoffmengen obliegt dem Hersteller. Von ihm sind absolute Zuverlässigkeit und sorgfältige Koordination mit allen beteiligten Partnern gefordert. Er hat zudem zu gewährleisten, dass der Erfüllung der Kundenbedürfnisse stets höchste Priorität zukommt, auch wenn eine Vorhersage der gebrauchten Mengen – insbesondere bei neuen Arzneimitteln, die sich noch nicht auf dem Markt bewährt haben – extrem schwierig ist.